Seit kurzem liegt uns ein Zwischenbericht mit dem Untertitel „Der Verein Homosexuelle Selbsthilfe und die Hannchen-Mehrzweck-Stiftung im Umgang mit Pädosexualität zwischen 1980 und 2023“ des unabhängigen externen Gutachters Dr. Volker Woltersdorff vor. Als Hintergrund: Der Verein „Homosexuelle Selbsthilfe e.V.“ (HS) hat sich im Oktober 2024 aufgelöst; die Mitgliederversammlung hat im Rahmen des Auflösungsbeschlusses den Auftrag zur geschichtlichen Aufarbeitung befürwortet. Die hms übernimmt als materielle Erbin des Vermögens der HS auch die Verantwortung für diese Aufarbeitung.
Vor dem Hintergrund des Zwischenberichts arbeiten wir derzeit an einer kritischen Würdigung der Fördertätigkeit der HS, der politischen Kooperation von Strukturen und führenden Verantwortungsträgern mit pädoaktivistischen Anliegen und des Umgangs von HS und hms mit (internen) „Machtstrukturen und [der] davon geprägte[n] Kommunikations- bzw. Verschwiegenheitskultur“, wie der Zwischenbericht formuliert. Nach Abschluss des endgültigen Berichts, werden wir diesen veröffentlichen (voraussichtlich Frühjahr 2026).
Als erste Konsequenzen arbeiten wir an unseren internen Strukturen, um Macht- und Entscheidungshierarchien zu vermeiden und transparente Kontrolle zu ermöglichen. Auch haben wir die Förderkriterien des stiftungsinternen Karl-Heinrich-Ulrichs-Fonds erweitert um einen Schwerpunkt zur „Aufarbeitung von sexualisierter Gewalt in queeren und durch queere Bewegungen, sexualisierte Gewalt an queeren und durch queere Menschen sowie die historischen und gegenwärtigen Verbindungen von queeren und pädoaktivistischen Bewegungen“. Damit wollen wir „Die Erforschung und Bekämpfung der besonderen Bedingungen bei der Verschränkung von sexualisierter Gewalt und Queerness“ finanziell unterstützen. Förderanträge für Sachkosten sind ab 12.2025 möglich. https://www.hms-stiftung.de/Karl-Heinrich-Ulrichs-Fonds/
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Als Stiftung für queere Bewegungen sind wir mitverantwortlich für die Aufarbeitung der Folgen des „Pädo-Aktivismus“ sowie einer dazu weit verbreiteten solidarischen oder gleichgültigen Haltung innerhalb der Schwulenbewegung, aber auch in Teilen der Lesbenbewegung.
Wir arbeiten aktuell an einem Positions- und Haltungspapier zum Thema Aufarbeitung. Mehr dazu demnächst an dieser Stelle.
Als hms befragen wir dazu auch unsere eigene Geschichte. Wir haben eine externe Person beauftragt, relevante Dokumente (bewilligte Förderanträge, Protokolle usw.) zu sichten, sowie ggf. personelle Verstrickungen zu pro-pädo Positionen zu untersuchen. Die Ergebnisse dieses ersten Aufarbeitungsschrittes werden wir öffentlich machen, um dem Prinzip der Transparenz Genüge zu tun. Mögliche Konsequenzen hängen dann von den Ergebnissen ab. Diese werden wir auf unserer Website und über geeignete Kanäle kommunizieren.
Vorstand und Beirat der hms, Mai 2025